Grundsätzliches:
Die Psychoanalyse ist eine bewährte Methode zur Behandlung von Angststörungen, Depressionen, Beziehungsproblemen und vielen anderen psychischen Problemen. Mit der ihr innewohnenden Methode, nach unbewussten Vorgängen fragen zu können, werden unter dem Bewussten tief verwurzelte emotionale Konflikte und Muster erkannt, verstanden und gelöst, um langfristige positive Veränderungen in Ihrem Leben zu erreichen.
Die Analytische Gruppentherapie ist eine gleichwertige Behandlungsform zur analytischen Einzeltherapie, bei entsprechender Indikation der analytischen Einzeltherapie sogar überlegen. Bei entsprechender Befundlage sind bei jeder Gruppentherapie nach Bedarf auch einige Einzeltermine enthalten.
Wirkprinzip:
Jeder Mensch wird in soziale Strukturen hineingeboren, die für seine psychische Entwicklung prägend und unabdingbar sind. Aus der Entwicklung des Menschen heraus können innerseelische Konflikte entstehen. Die Symptome der psychischen Erkrankung sind ein Versuch diese zu bewältigen.
Das komplexe Beziehungsgeflecht einer Gruppe mit ihren vielfältigen Spiegelungen, Spannungen und emotionalen Resonanzen entspricht eher der sozialen Realität unseres Lebens als die klassische therapeutische Zweierbeziehung. Eine kompetent geleitete Therapiegruppe kann eine produktive Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten bewussten und unbewussten Persönlichkeitsaspekten, mit Vertrautem und Fremdem, Irritierendem und überraschend Neuem beflügeln und so einen wichtigen Beitrag zur Selbstentwicklung leisten. Im dynamischen Prozess einer Gruppe können sich neue Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten eröffnen, die zugleich im geschützten und Halt gebenden Rahmen unmittelbar erprobt werden können. Dabei werden die innerseelischen Konflikte nach Möglichkeit in ihrer Ursache erkannt, verstanden und überwunden. Eine analytische Gruppentherapie kann daher zu einer Ich-Stärkung in gelebter Interaktion im Hier und Jetzt der Gruppe führen.
Natürlich stellt jede Behandlung letztendlich nur einen Versuch der Hilfe dar. Es können keine Erfolgsversprechen oder -garantien gegeben werden, es bestehen wie bei allen Therapiemethoden Risiken
und Nebenwirkungen. Umso wichtiger ist es, gemeinsam zu klären und zu verstehen, warum Ihr individueller Therapieverlauf so ist, wie er ist.
Organisation der Gruppen:
Die Therapiegruppen können aus unterschiedlich vielen Mitgliedern bestehen (min. 3 und max. 9). Eine Gruppensitzung dauert in der Regel 100 Minuten und findet einmal pro Woche statt.
Es gibt spezifische Therapiegruppen, die sich einem besonderen Thema oder einer Eigenschaft der Teilnehmer widmen (z.B. Trauer, Traumatisierung bzw. z.B. reine Männer-/Frauengruppen)
Es gibt unspezifische Therapiegruppen, die aus gemischten Personengruppen bestehen und keinem besonderen Thema gewidmet sind.
Analytische Gruppen sind eher auf längere Zeiträume angelegt, wodurch die Vertrautheit und das Gefühl von Zugehörigkeit zur Gruppe sehr profitieren kann.
Es sind halboffene Gruppen, bei denen freiwerdende Plätze behutsam durch neu hinzukommende Mitglieder besetzt werden.
Die Kosten für die analytische Gruppentherapie werden sowohl von den gesetzlichen als auch von den privaten Krankenversicherungen übernommen.
Wem kann die Gruppentherapie helfen?
Menschen, die sich vielleicht von anderen nicht verstanden und überfordert fühlen, die sich oft blockiert fühlen und die Anforderungen, die an sie gestellt sind, nicht erfüllen können.
Menschen, die sich sozial zurückgezogen haben und ängstlich Kontakte mit anderen vermeiden. Oder aus Angst bestimmte Orte oder Unternehmungen umgehen.
Menschen, die vielleicht gar nicht wissen, was mit ihnen los ist, weil sie keinen Antrieb mehr haben, die vielleicht ständig gereizt oder schlecht gelaunt sind und keine Lust und Freude mehr im Leben empfinden, die denken, die Welt bräuchte sie nicht.
Menschen, die von Angstgefühlen überflutet werden und sich kaum mehr etwas zutrauen.
Menschen, die Probleme mit ihrem Körper haben, sich zu dick oder zu dünn fühlen, zu hässlich oder wertlos.
Menschen, die schon einen Klinik-Aufenthalt hinter sich haben, gute Erfahrungen mit der Gruppentherapie gemacht haben und die für die Bewältigung ihres Alltags weiter therapeutische Unterstützung brauchen